Einen Maulwurf im Garten zu haben, birgt für die Bodenqualität erhebliche Vorteile.
  • Dürfen wir vorstellen?

Der Maulwurf ist das Tier des Jahres!

In diesem Jahr wurde der Maulwurf zum Tier des Jahres gekürt. Das possierliche Tierchen ist auch bei Gartenbesitzern oftmals kein Unbekannter. Bei uns erfahren Sie mehr über die Wahl, ihren Gewinner und warum es nicht unbedingt schlecht ist, einen Maulwurf im Garten zu haben.

Haben Sie sich als Gartenbesitzer vielleicht auch schon einmal über einen Maulwurfshügel im Garten geärgert? Wir haben die Wahl zum Tier des Jahres zum Anlass genommen, den Insektenfresser etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Dabei haben wir nicht nur viel Interessantes über die Eigenschaften des Maulwurfs, sondern auch seine Funktion in unseren heimischen Gärten erfahren. Aber fangen wir doch noch einmal mit seinem kürzlich errungenen Sieg zum Tier des Jahres an.

Tier des Jahres: Was hat es mit der Wahl auf sich?

Die Wahl des „Tier des Jahres“ wird seit 2017 von der Deutschen Wildtier Stiftung getroffen. Damit knüpft diese an die langjährige Arbeit der Schutzgemeinschaft Deutsches Wild an. Das Ziel der Wahl ist es, auf eine Tierart aufmerksam zu machen, die durch den Menschen in ihrem Lebensraum bedroht wird oder einen Konflikt zwischen Mensch und Tier hervorruft. Die Förderer der Deutschen Wildtier Stiftung, die die Wahl treffen, möchten, dass den Wildtieren eine Stimme gegeben wird. Denn nur so kann ihr Überleben gesichert werden.

Welche Geschichte hat die Deutsche Wildtier Stiftung?

Der Artenerhalt von Wildtieren ist bereits seit vielen Jahren eine Herzensangelegenheit der Deutschen Wildtier Stiftung. Ihr Stifter, der Hamburger Unternehmer Haymo G. Rethwisch, begann schon vor der Gründung damit, sich für Wildtiere einzusetzen. Im Jahr 1960 kaufte er im niedersächsischen Fintel Flächen, aus denen Lebensräume für Wildtiere wurden. Dabei war es ihm wichtig, Land- und Forstwirtschaft wildtierfreundlich zu gestalten. Eine Leitlinie, mit der er seiner Zeit damals um einiges voraus war.

Die von Rethwisch erstandenen Flächen wurden bis zum Jahr 1990 bis auf 130 Hektar ausgeweitet und die Gründung der „WILDTIERLAND gemeinnützige Gesellschaft für ökologische Landschaftskultur und -forschung mbH“ folgte. Zwei Jahre später wurde dann die „boco-Stiftung“ gegründet. In der Mitte der 1990er Jahre kaufte die Familie Rethwisch zusammen mit dem Gut Klepelshagen in Vorpommern weitere 2000 Hektar Land. Zur gleichen Zeit wurde das Land in Fintel zu Stiftungseigentum, die ab jetzt ihren heutigen Namen Deutsche Wildtier Stiftung trug.

Mit Beginn des neuen Jahrtausends kamen auch neue Aufgaben und Themen auf die Stiftung zu. Im Jahr 2009 wurde das Gut Klepelshagen an die Stiftung übertragen und steht heute beispielhaft dafür, dass Land ökologisch und wildtierfreundlich zugleich genutzt werden kann. Darüber hinaus wurden der Stiftung rund 1200 Hektar in Mecklenburg-Vorpommern übertragen. Dazu gehören Feuchtgebiete, Wälder und Wiesen, die wildtierfreundlich erhalten und erweitert werden. Dies beinhaltet, dass die Entwässerung gestoppt wird, Wiesen natürlich gepflegt werden und Bäume alt werden dürfen.

Und wie sieht es heute aus? Mittlerweile arbeiten mehr als 50 Personen an drei Standorten für die Stiftung. Diese führen Artenschutzprojekte durch und unterstützen die Naturbildung für Kinder und Jugendliche. Zusammenfassend kann man also sagen, dass die Stiftung eine überaus wichtige Funktion übernimmt, die wirklich unterstützenswert ist. Sehen wir uns jetzt doch einmal an, warum der Maulwurf das Tier des Jahres geworden ist.

Warum wurde der Maulwurf dieses Jahr zum Tier des Jahres gewählt?

Wie eingangs bereits beschrieben gehört das Tier des Jahres oftmals zu den bedrohten Arten. Dies ist bei dem Europäischen Maulwurf jedoch nicht der Fall. Vielmehr wurde er aufgrund seiner ökologischen Funktion und bemerkenswerten Eigenschaften ausgewählt. Der Maulwurf hat einen sehr speziellen Lebensraum, an den er optimal angepasst ist. Laut dem Geschäftsführer der Deutschen Wildtier Stiftung sei ein weiterer Grund für die Wahl des Maulwurfs auch, dass die Relevanz der Artenvielfalt unterhalb der Erdoberfläche hervorgehoben werden solle.

Was Sie über den Maulwurf wissen sollten

Hier ist der Name Programm: Die Bezeichnung Maulwurf leitet sich von dem mittelhochdeutschen Wort „moltwerf“ ab, das wiederum so viel wie „Erdwerfer“ bedeutet. Der Körper des 45 bis 90 Kilogramm schweren Maulwurfs ist aber auch perfekt an das Leben unter der Erde angepasst. Der Körper ist walzenförmig und das Fell hat keinen Strich, wodurch der Maulwurf sich auch rückwärts durch seine Gänge graben kann. Entgegen der Annahme, dass Maulwürfe komplett blind sind, können die Tunnelgräber durchaus helle und dunkle Schattierungen unterscheiden. Darüber hinaus helfen dem Maulwurf seine feinen Tastorgane bei der Orientierung. Er hat sowohl an seiner Schnauze als auch am Schwanz Tasthaare, mit deren Hilfe er sich im Bau zurechtfinden kann. Die Haut seiner Schnauze ist außerdem mit dem „Eimerschen Organ“ ausgestattet. Dieses hat fünfmal so viele Nervenfasern wie unsere Hände und lässt den Maulwurf feinste Erschütterungen des Bodens spüren. Außerdem können Maulwürfe ausgezeichnet hören und riechen.

Wenn Sie an einen Maulwurf denken, fallen ihnen bestimmt gleich die auffälligen Hände und Füße ein, oder? Mithilfe seiner Grabwerkzeuge baut der Maulwurf beeindruckende Tunnelsysteme, die sich unterirdisch auf bis zu 5000 Quadratmeter erstrecken können und von mehreren Generationen genutzt werden. Dabei bevorzugen Maulwürfe Böden, die locker, fruchtbar und vor allem auch frostsicher sind. In sandigen und sumpfigen Böden findet man die Tiere hingegen nicht vor. Seine 10 bis 40 Zentimeter tiefen und etwa fünf Zentimeter breiten Gänge nutzt der Maulwurf zum Jagen von Insekten, Reptilien und Wirbellosen, aber auch als Wohnraum. Übrigens legt der Maulwurf alle fünf bis sieben Meter eine Sackgasse an. Am Ende dieser befindet sich ein Belüftungsschacht, der an die Erdoberfläche reicht.

Welche Maulwurfsarten gibt es?

In Mitteleuropa ist tatsächlich nur eine Maulwurfsart heimisch, und das ist der Europäische Maulwurf. In Nordamerika und Eurasien gibt es hingegen etwa 50 verschiedene Arten. Darunter befinden sich auch spitzmausähnliche Maulwürfe, die oberirdisch leben oder sogar zu Wasser, wie der Desmane. Hätten Sie das gewusst?

Wie kann man einen Maulwurf vertreiben?

Der kleine Maulwurf aus der Zeichentrickserie ist zwar niedlich, aber wenn sich die Maulwurfshügel im heimischen Garten wiederfinden, stört das viele. Eine Tatsache, die durchaus verständlich ist, wenn man bedenkt, dass Maulwürfe die Wurzeln von Pflanzen beschädigen können und die Hügel auch optisch nicht besonders schön sind. Vernichten dürfen sie den Maulwurf jedoch in keinem Fall, da dieser bereits seit 1986 unter Artenschutz steht. Vertreiben können Sie ihn recht effektiv durch Gerüche, die er als störend empfindet. Dazu gehören Hundehaare, leere Alkoholflaschen, die kopfüber in die Gänge gesteckt werden, aber auch Essigessenz und saure Milch. Darüber hinaus finden Sie auch im Fachhandel Mittel zur Vertreibung des Maulwurfs. Wenn Sie noch mehr über die Methoden erfahren möchten, mit denen Sie Ihren Garten für den ungebetenen Besucher unattraktiv machen können, empfehlen wir Ihnen diesen Beitrag.

Warum ein Maulwurf im Garten eigentlich etwas Gutes ist

Wenn Sie der Maulwurf im Garten nicht stört, können Sie sogar von seiner Anwesenheit profitieren. Dadurch, dass er die Erde aufwirft, wird die Bodenstruktur aufgelockert. Dies sorgt wiederum für eine gute Belüftung des Bodens. Die aufgeworfene Erde können Sie außerdem wunderbar zum Gärtnern verwenden, da sie reich an Nährstoffen ist und weder Unkraut noch Wurzeln darin sind. Ihre Pflanzen werden es Ihnen danken, wenn sie mit dieser Erde bedeckt werden. Außerdem frisst der Maulwurf Insekten, Larven, Regenwürmer und Schnecken, wodurch Ihr Garten ganz automatisch von Schädlingen befreit wird. Zu guter Letzt tun Sie natürlich auch dem Maulwurf etwas Gutes, indem Sie ihn in Ihrem Garten hausen lassen.

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